Mein Lieblingsboden für viele Torten

Biskuit ist ein recht einfacher und schnell zubereiteter Teig, der richtig gebacken, sehr locker und leicht ist. Daher möchte ich Dir dieses Rezept auch nicht vorenthalten.

Bis ins 17. Jahrhundert wurde Biskuit für doppelt gebackenes Brot, dem heutigen Zwieback ähnlich, verwendet, um Seefahrer auf Ihrer langen Reise über das Meer zu versorgen. Mit dem ursprünglichen Rezept wurde ein wenig experimentiert und mit Eiern, Zucker und sogar Rosenwasser ergänzt. So wurde die Masse locker und aromatischer. Erst hunderte Jahre später wurden die Eier getrennt und aufgeschlagen und Mehl untergehoben, so wie wir es heute kennen.

Um den Teig noch etwas lockerer zu bekommen, wird ein Teil Mehl durch Speisestärke ersetzt. Und auch Backpulver kann für die Triebkraft verwendet werden.

Öl oder Fett, wie z.B. Butter, gehört aber nicht hinein. Das ist nämlich der Unterschied zwischen dem Biskuit und dem Wiener Boden.
In Großbritannien und den ehemaligen englischen Kolonialstaaten wird der Begriff „Biskuit“ immer noch für hart gebackenes Gebäck (wie Plätzchen) gebraucht. Auch die italienischen Löffelbiskuits (österreichisch: Biskotte) sind eher härteres Gebäck.

Der deutsche Biskuit wird im Englischen als Sponge Cake bezeichnet. Diese Bezeichnung taucht auch häufiger in Bezug auf den japanischen Schwammkuchen. Allerdings wird dieser zusätzlich mit Milch und Öl gebacken und hat somit nicht viel mit unserem Biskuit überein.

Die Grundzutaten sind einfach zu beschaffen und preiswert, weshalb ein Missgeschick bei dem Teig auch nicht ganz so tragisch ist. Ganz im Gegenteil. Durch die lockere Struktur verwende ich Biskuit gerne für Cake Pops. Er lässt sich leicht zerbröseln und mit Buttercreme, Nuss-Nougat-Aufstrich oder flüssiger Schokolade vermengen. Und selbst für einen Nachtisch lässt sich Biskuit sehr gut ausstechen, z.B. in einem Glas als Schichtdessert.

Probiere aus, wofür Du Deinen Biskuit alles verwenden kannst. Mit kleinen Handgriffen, die ich Dir im weiteren Rezept erläutere, kannst Du jeden Biskuit pimpen und geschmacklich variieren. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Experimentieren 🙂

Informationen

Vorbereitungszeit

20 Minuten

Kochzeit

25-30 Minuten

Gesamtzeit

ca. 50 Minuten

Portionen

16

Kalorien

136 p. Portion

Küche

Deutsch

Rezept

Zutaten

Die Liste mit Zutaten für dieses Rezept.

Für den Mandelbiskuit:

  • 4 Eier, Größe M 
  • 170 g Zucker
  • 2 EL kaltes Wasser
  • 80 g Weizenmehl, Typ 405
  • 80 g Speisestärke
  • Prise Salz
  • 3 g Backpulver

Geräte

Eine Liste mit benötigten Küchengeräten.

  • Backofen
  • Springform Ø24 cm
  • Küchenwaage
  • Eitrenner
  • Tasse
  • Küchenmaschine und/oder Handrührgerät
  • Schneebesenaufsatz
  • Rührschüssel 
  • Schüssel 
  • Sieb
  • Teigschaber oder Esslöffel
  • Backblech
  • Backpapier

Schritt für Schritt Anleitung

  1. Heize im ersten Schritt den Backofen auf 170 °C Umluft oder 190 °C Ober-Unterhitze vor.
  2. Trenne die Eier einzeln mit dem Eitrenner oder per Hand über der Tasse und gib das Eiweiß und das Eigelb jeweils in eine separate Schüssel.
    Tipp: Das separate Aufschlagen in eine Tasse hilft Dir, wenn Dir beim Trennen ein Eigelb kaputtgeht und sich mit dem Eiweiß vermischt. Denn trennst Du jedes Ei separat, kannst Du das kaputte Ei für etwas anderes verwenden und das bereits perfekt getrennte Eiweiß in der Rührschüssel bleibt frei von Eigelbspuren.
  3. Das Eiweiß mit der Prise Salz und dem kalten Wasser in der Küchenmaschine oder mit dem Handrührgerät ca. 5 Minuten steif schlagen.
    Tipp: zu lange steif schlagen geht bei Eiweiß nicht. Schlage hierbei lieber länger als zu kurz, damit das Eiweiß ein stabiles Gerüst bildet.
  4. Lass nun den Zucker langsam in den Eischnee einrieseln und schlage dabei weiter. 
  5. Schlage den Eischnee für weitere 10 Minuten auf.
  6. In der Zwischenzeit kannst Du die Eigelbe zu einer schaumigen Creme aufschlagen.
    Achtung: Hierfür ist ein Handrührgerät erforderlich. Besitzt Du nur eins bzw. nur eine Küchenmaschine, rühre zuerst die Eigelbe schaumig, bevor Du Dich dem Eischnee widmest. Steht der Eischnee zu lang, kann sich Flüssigkeit absetzen und der Eischnee verliert seine Stabilität!
  7. Vermische nun noch Mehl, Speisestärke und Backpulver miteinander.
  8. Hebe die Eigelbcreme grob unter den Eischnee und siebe darauf das Mehlgemisch.
  9. Jetzt hebst Du alles gut unter den Eischnee.
    Achtung: Verrühre die Masse nicht, sondern führe den Teigschaber oder Löffel vorsichtig unter den Eischnee und hebe diese über das Mehl hoch und führe dies immer weiter durch, bis keine Klümpchen oder Mehlspuren zu sehen sind.
  10. Lege die Springform mit Backpapier aus und fülle den Teig gleichmäßig in die Form.
    Achtung: Fette die Form nicht. Dadurch kann der fettfreie Biskuit beim Backen nicht nach oben klettern und es entsteht eine Kuppel. Außer natürlich, dies ist gewünscht.
  11. Klopfe die Form nun ein paar mal auf die Arbeitsfläche oder klopfe von unten mit Deiner flachen Hand gegen. So kann die zu viel eingeschlossene Luft entweichen und beim Backen bilden sich keine großen Luftblasen.
  12. Schiebe den Teig mit einem Backblech auf die mittlere Schiene des Backofens und backe den Boden ca. 25- 30 Minuten.
    Achtung:  Jeder Backofen heizt anders, teilweise unregelmäßig. Daher kontrolliere zwischendurch, ob der Teig zu dunkel wird. Ist dies der Fall, wechsel auf eine untere Ebene oder lege Alufolie über die Form.
  13. Teste zum Ende der Backzeit hin, ob der Teig durch ist. Dafür stichst Du mit einem Holzstäbchen tief in den Teig und ziehst ihn direkt wieder raus. Klebt Teig an, ist der Boden noch nicht durch. Klebt kein Teig dran und ist die äußere Schicht goldbraun, dann ist der Boden fertig.
  14. Lasse den Teig zum Schluss in der Form auskühlen, bevor Du mit einem stumpfen Schaber oder Messer am Rand vorsichtig entlang fährst und den Teig von der Form löst.
  15. Nun kannst Du zwei oder drei Böden daraus schneiden oder für das, was Dir vorschwebt.
 

Tipp

Mit Wasser im flüssigen Eiweiß wird der Eischnee fester.

Den fertigen Boden kannst Du in Folie einwickeln und einfrieren.

Achtung

Wenn Du mehr Böden benötigst, backe lieber 2x das Rezept. Die Backzeit verlängert sich und ich habe bessere Ergebnisse mit weniger Masse erzielt.

Da geht noch was...

Statt Wasser kannst Du kalten, flüssigen Kaffee und jeden Zuckersirup in verschiedenen Geschmacksrichtungen zugeben und das flüssige Eiweiß damit bereits aromatisieren. Keine Sorge, das Eiweiß wird trotzdem fest und wird sogar stabiler. Falls Du Deine Torte nicht mit Sirup beträufeln möchtest und trotzdem den Kuchen aromatisieren möchtest, ist das eine sehr gute Alternative. Falls Du Sirup verwendest, reduziere den Zucker im Rezept um 20 Gramm.

Nährwertangaben

Info: Die Kalorien sind mit Wasser im Eiweiß und für 12 Portionen berechnet. Sirup muss noch hinzugerechnet werden.
 GesamtmengeMenge je Portion
kcal 1625,2 135,4
Fett 28,6 2,4
Kohlenhydrate 300 25
Eiweiß 41 3,4

Weizenmehl Typ 405

Der klassiker in jeder Küche und wohl die bekannteste aller Mehlsorten. Das Mehl hat einen Ausmahlungsgrad von 40 – 56 % und ist auch als Weiß- oder Auszugsmehl bekannt. Es weist einen sehr niedrigen Mineralstoffgehalt auf da bei diesem Mehltyp nur der Mehlkörper verarbeitet wird. Das Mehl eignet sich am besten für feine Backwaren wie Kekse, Kuchen, Rühr-, Mürbe- und Brandteig sowie für Weißbrot, Fladen aber auch Nudeln und natürlich zum Binden von Soßen.

Ein Bild von Weizenmehl