Warum noch Marmelade kaufen …

… wenn Marmelade kochen so einfach ist? Bis vor kurzem wäre ich nie auf die Idee gekommen, Marmelade selbst zu machen. Falls ich eine brauchte, habe ich eben schnell ein Glas aus dem Supermarkt geholt. Bei mir findet Marmelade eher selten den Weg auf mein Brot oder Brötchen, sondern eher in Kuchen und Torten Anwendung.

Nun wollte ich für den anstehenden Sommer eine Torte mit Ananas herstellen. Frische Ananas in Verbindung mit Milchprodukten ist aber keine gute Idee, die Erfahrung macht wohl jeder einmal im Leben. Das Enzym Bromelain spaltet die Eiweiße, wodurch Milchprodukte säuerlich-bitter und somit ungenießbar schmecken. Auch wird Gelatine in Verbindung mit frischer Ananas nicht fest. Dies gilt auch für Kiwis und Papayas, die ebenfalls Enzyme (Actinidin und Papain) enthalten, die Eiweiße aufspalten.
Gerade wegen der Aufspaltung helfen diese Enzyme unserer Verdauung und werden in der Lebensmittelindustrie als Zartmacher für Fleischprodukte verwendet.

Und wie kannst Du stattdessen frische Ananas verwenden, ohne die Eiweiße zu spalten? Ganz einfach, indem Du die Ananas wie z.B. beim Marmelade Kochen erhitzt. Hitze zerstört die Enzyme und so kannst Du auch Ananas, Kiwis und Papayas in Deine Torten oder mit Gelatine verarbeiten.

Obst aus dem Angebot oder aus dem eigenen Garten lassen den Preis für Marmelade richtig reduzieren. Gelierzucker bekommst Du bereits für 1,69 € im Supermarkt. Dabei enthalten manche Sorten Palmfett, was ich möglichst vermeiden möchte. Das Fett in Zucker hilft, dass die Marmelade nach dem Kochen wenig bis gar nicht schäumt. Der Schaum sollte abgeschöpft werden, da sich dort Bakterien vermehren und die Marmeladen schneller verderben können. Welchen Gelierzucker Du verwendest, bleibt ganz Dir überlassen.

Informationen

Vorbereitungszeit

20 Minuten

Kochzeit

30 Minuten

Gesamtzeit

50 Minuten + 1 Tag

Portionen

40
4 Gläser á 270ml

Kalorien

23 p. Portion

Küche

Deutsch

Rezept

Zutaten

Die Liste mit Zutaten für dieses Rezept.

  • 1 Ananas ca 560 g Gewicht nach dem Schälen
  • 2-3 Saftorangen
  • 333 g Gelierzucker 3:1

Geräte

Eine Liste mit benötigten Küchengeräten.

  • Küchenwaage
  • Schneidbrett
  • scharfes Messer
  • Topf
  • Pürierstab
  • Schüssel 
  • Messbecher
  • 4 Weck oder Twist off Gläser 290 ml

Schritt für Schritt Anleitung

  1. Als Erstes entfernst Du Strunk, Blattschopf (Hochblätter) und Rinde der Ananas.
  2. Viertel nun die Ananas senkrecht. So kannst Du den inneren, harten Kern einfach senkrecht abschneiden.
  3. Stelle die Schüssel auf die Waage und drücke Tara. 
  4. Würfel die Ananas und gebe die Stücke in die Schüssel.
    Achtung: Die genaue Abmessung ist wichtig für den Gelierzucker, damit die Masse nachher gelieren kann und durch die richtige Menge Zucker haltbar gemacht wird.
  5. Schäle jetzt die Orangen. Dies geht am einfachsten, wenn Du die Schale dicht über dem Fruchtkern abschneidest.
    Tipp: Saftorangen haben einen sehr geringen Hautanteil und ersparen das Abpulen des weißen Mesokarps.
  6. Zerkleinere die Orangen etwas und gib diese in die Schüssel mit der Ananas, bis Du genau ein Kilo zusammen hast.
    Tipp: In 500 g Schritten ist die Herstellung am einfachsten.
  7. Gib die Früchte in den Topf und köchel diese nun bei mittlerer Hitze, bis die Ananas-Stücke weicher sind.
  8. Nimm kurzzeitig den Topf vom Herd, püriere das Obst in Deiner gewünschten Stärke und setzte den Topf zurück auf den Herd.
    Tipp: Für die Tortenfüllung durften bei mir ein paar größere Stücke drin bleiben.
  9. Sobald die Masse wieder köchelt, gibst Du den Gelierzucker unter Rühren hinein und lässt mindestens 3 Minuten lang das Ganze aufkochen.
  10. Reduziere die Hitze, nimm einen Teelöffel der Masse ab und gib diese auf ein Tellerchen. Nach kurzer Zeit sollte die Masse beim Hin- und Herbewegen nicht mehr laufen und Deine Gelierprobe ist erfolgreich.
  11. Dann geht's nun ans Abfüllen in die bereitgestellten und vorbereiteten Gläser. Hierzu solltest Du die Gläser heiß ausgespült haben. Twist-off Deckel lasse ich 10 Minuten im siedenden Wasser liegen, ebenso die Gummiringe für Weckgläser. Die Gummiringe für die Weckgläser kurz vor dem Befüllen herausholen und auf die Deckel setzen.
    Tipp: Manche Twist-Off-Deckel können eine Blue oder auch White Seal Beschichtung haben. D.h. sie sind ohne Weichmacher und müssen zwingend für ein paar Minuten ins heiße Wasser, damit sie korrekt verschließen. 
  12. Die heiße Marmelade in den Messbecher füllen und jedes Glas bis zu 1 cm unter dem Rand befüllen. Deckel sofort aufsetzen und entweder zudrehen (Twist-Off) oder mit den Weck Klammern verschließen und so 24 Stunden auskühlen lassen.
  13. Nach dem Abkühlen kannst Du die Gläser einlagern oder direkt verbrauchen.
 

Info

500 g Gelierzucker 3:1 reicht für 1500 g Früchte. Bei 500 g kommen 167 g Gelierzucker in die Marmelade und bei 1000 g Frucht 333 g Zucker.

Achtung

Wenn Du nicht den ganzen Gelierzucker verwendest, mische erstmal die gesamte Packung, damit sich die Bestandteile gut vermischt sind.

Da geht noch was...

In welchem Verhältnis Du das Obst setzt, ist ganz Dir überlassen. Auch ein Schuss Alkohol, z.B. Batida de Coco ist möglich. Achte dabei nur darauf, dass Du nicht zu viel Alkohol verwendest, sonst geliert die Masse nicht. Zusammen mit Kokosflocken bringst Du dann noch mehr karibisches Flair hinein.

Nährwertangaben

Info: Denke daran, dass wenn Du Zutaten änderst, ändern sich auch die Nährwerte.
 GesamtmengeMenge je Portion
kcal 934,3 23,4
Fett 2,4 0,1
Kohlenhydrate 215,9 5,4
Eiweiß 9,5 0,2

Orangen

Orangen sind nicht nur erfrischend und lecker, sondern auch äußerst gesund. Sie stammen ursprünglich aus Südostasien und wurden im Laufe der Jahrhunderte weltweit verbreitet, wobei sie heute vor allem im Mittelmeerraum, in den USA und in Brasilien angebaut werden. Die Frucht ist eine Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse und gehört zur Familie der Zitrusfrüchte.

Ein Bild von einer Ananas

Gesundheitlich sind Orangen wahre Multitalente. Sie sind reich an Vitamin C, das das Immunsystem stärkt, die Wundheilung fördert und als Antioxidans gegen freie Radikale wirkt. Darüber hinaus enthalten Orangen wichtige Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen und das Sättigungsgefühl fördern. Auch Kalium ist in Orangen enthalten, was sich positiv auf den Blutdruck auswirkt. Der Verzehr von Orangen kann zudem das Herz-Kreislauf-System stärken und das Risiko von Herzerkrankungen senken.

In der Küche sind Orangen vielseitig einsetzbar. Sie können frisch verzehrt, zu Saft gepresst oder in Salaten, Desserts und herzhaften Gerichten verwendet werden. Auch die Schale wird oft als Zutat in Backwaren oder als Aromageber genutzt. Ihr süß-säuerlicher Geschmack macht sie zu einer beliebten Zutat in der Küche weltweit. Durch ihre Kombination aus gesundheitsfördernden Eigenschaften und vielseitiger Verwendbarkeit sind Orangen eine wertvolle Ergänzung für jede Ernährung.