Moderner Klassiker – für Jung und Alt
Im Internet werde ich leider nicht fündig, wenn es um die Herkunft des Maulwurfkuchens geht. Er scheint eher zu den jüngeren Kuchen und Torten zu gehören. Wer ihn zum ersten Mal gebacken hat oder wo er erstmals auftauchte, bleibt ein Rätsel. Dennoch hat er sich mittlerweile als Klassiker etabliert – jeder hat mindestens schon mal von ihm gehört oder ein Stück probiert.
Für mich sollte es jedoch kein Rätsel bleiben, wie ich ihn laktosefrei hinbekommen kann. Dieser Herausforderung stelle ich mich immer gerne!
Im Netz kursieren unzählige Rezepte, und auch in meinen Backbüchern ab 1990 taucht er regelmäßig auf. Doch einfach nur Milchprodukte durch laktosefreie Alternativen zu ersetzen, ist nicht immer so einfach. Oft sind mir die Rezepte zu süß, und der Zucker überlagert alle anderen Aromen. Laktosefreie Produkte schmecken zudem süßlicher, da der Zweifachzucker Laktose schon in Glukose und Galaktose aufgespalten ist und bereits im Mund aufgenommen werden kann. Auch das Mengenverhältnis passt nicht immer – so auch bei dem Rezept, das ich mir ausgesucht hatte. Statt der 26er Springform habe ich eine 24er verwendet, und das Verhältnis passte perfekt. Hätte ich eine größere Form benutzt, hätte ich mich über einen zu dünnen Boden oder eine zu dünne Krümelschicht geärgert.
Ein weiteres Problem war die Füllung: Das Rezept sah vor, die Creme nur mit Sahne zu machen. Sahne- und Buttercremetorten sind zwar genau mein Ding, aber für viele meiner Gäste zu schwer und zu fettig. Also suchte ich nach einem guten Ausgleich: Magerquark. Doch wenn ich zu viel Quark nehme, bekommt die Creme schnell eine leicht bittere Note. Also entschied ich mich, einen Teil des Quarks durch Skyr zu ersetzen. So erhielt die Creme eine leichte Säure, und die Kombination aus Sahne, Magerquark und Skyr harmonierte perfekt. Und als kleiner Nebeneffekt war der Maulwurfkuchen sogar etwas kalorienärmer als das Original.
Dass Quark und Skyr gut zu Bananen passen, wusste ich bereits von meinem Frühstück – ich liebe Joghurt, Magerquark oder Skyr mit Banane, ebenso Sojajoghurt. Und die Torte blieb bei Raumtemperatur stabil und ließ sich wunderbar schneiden – ganz ohne Gelatine, dank der Stabilität von Quark und Skyr.
Um sicherzustellen, dass der Geschmackstest bestanden wird, habe ich die restlichen Stücke zur Arbeit mitgenommen und unter meinen Kolleginnen und Kollegen verteilt. Jeder fand ihn super! Nicht zu schwer, nicht zu süß, aber trotzdem vollmundig. Daher musste ich das Rezept unbedingt aufschreiben, damit auch Du die Chance hast, diese laktosefreie Variante des Maulwurfkuchens zu backen.
Der Kuchen ist schnell gemacht. Wenn sich kurzfristig Besuch ankündigt, ist er nicht nur zeitlich im Rahmen, sondern sieht auch noch toll aus.
Um etwas Zeit zu sparen, backe ich Kuchen- und Tortenboden immer am Abend vorher. So kann ich am nächsten Tag schnell die Füllung vorbereiten, ohne auf das Abkühlen warten zu müssen.
Informationen
Vorbereitungszeit
20 Minuten
Backzeit
35 Minuten
Gesamtzeit
225 Minuten
Portionen
12
Kalorien
393 p. Stück
Küche
deutsch
Rezept
Zutaten für den Teig
- 125 g weiche, laktosefreie Butter oder Margarine
- 120 g Zucker
- 15 g Vanillezucker
- 4 Eier, Größe M
- 100 g Weizenmehl, Typ 405
- 15 g Backpulver
- 10 g Backkakao
- 20 g Mandelsirup oder kaltes Wasser
- 100 g gemahlene Mandeln
- 50 g Zartbitterschokoraspeln
Zutaten für die Füllung
- 200 ml laktosefreie Sahne
- 250 g laktosefreier Magerquark
- 150 g laktosefreier Skyr
- 3 mittelgroße Bananen (geschält ca. 300 g)
- Etwas Zitronensaft
- 45 g Vanillezucker
- 1 TL SanApart oder Sahnesteif
- 50 g Zartbitterschokoraspeln
Benötigte Geräte
- Backofen
- Küchenwaage
- Eitrenner
- Küchenmaschine oder Handrührgerät
- Schneebesenaufsatz
- Rührschüssel
- Hoher Rührbecher
- Schüssel
- Feines Küchensieb
- Teigschaber
- Springform Ø 24 cm
- Backblech oder Grillrost
- Backpapier
- Tortenplatte
Schritt für Schritt Anleitung
- Heize als Erstes den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor. Du kannst auch 160°C Umluft verwenden, jedoch trocknet das Gebäck dabei schneller aus.
- Verrühre zunächst Butter, Zucker und Vanillezucker in einer Rührschüssel mit dem Schneebesenaufsatz des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine zu einer cremigen Masse.
- Trenne die Eier, fülle das Eiweiß in den hohen Rührbecher oder eine andere Rührschüssel. Gib die Eigelbe einzeln zur Butter-Zucker-Creme und verrühre jedes einzelne gut, bevor Du das nächste hinzufügst.
- Vermische Mehl, Backpulver und Kakao in einer Schüssel und siebe die Mischung über die Eicreme. Füge die Mandeln und die Raspelschokolade dazu und rühre alles kurz durch.
Achtung: Rührst Du die Teigmasse zu lange, aktivierst Du das Gluten im Mehl und das Glutengitter bildet sich vor dem Backen. Dadurch kann der Kuchen beim Backen speckig oder zu fest werden. - Schlage nun das Eiweiß mit dem Mandelsirup zu festem Eischnee auf.
Tipp: Sirup, kaltes Wasser und auch Zucker lassen den Eischnee fester werden. Statt Sirup kannst Du auch Wasser nehmen, der Sirup greift hier zusätzlich den Mandelgeschmack mit auf. - Hebe den Eischnee vorsichtig mit dem Teigschaber unter den Teig und fülle den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform.
Tipp: Ziehe den Teig am Rand der Form etwas hoch, damit der Teig nicht nur in der Mitte nach oben geht, sondern auch am Rand mitklettern kann. - Stelle die Springform auf das Backblech oder Grillrost und schiebe dieses auf die mittlere Ebene des Backofens. Backe den Teig etwa 30–35 Minuten.
- Lasse den Kuchen gut auskühlen, bevor Du ihn aus der Form löst und weiter bearbeitest.
- Fahre vorsichtig mit einem stumpfen Messer um den Ring der Springform, um den Kuchen zu lösen. Ziehe von unten das Backpapier vom Kuchen und stelle ihn auf eine Tortenplatte.
- Höhle mit einem Löffel den Boden aus. Lass dabei einen Rand von ca. 2 cm stehen und der Boden sollte etwa 2 cm hoch bleiben. Die Brösel zerkleinerst Du mit den Händen zu feinen Krümeln und stellst sie beiseite.
- Schäle und halbiere die Bananen der Länge nach. Beträufle sie mit Zitronensaft und stelle sie zur Seite.
- Schlage die Sahne mit Vanillezucker und SanApart (oder Sahnesteif) steif.
- Verrühre Magerquark und Skyr in einer Schüssel und hebe Sahne und Schokoraspeln vorsichtig unter.
Achtung: Rühre die Sahne nicht einfach nur unter, da sie sonst ihr Volumen (ähnlich wie Eischnee) verliert. Hebe sie stattdessen vorsichtig unter. - Lege die Bananenhälften auf den Boden. Bestreiche sie mit einem Teil der Creme. Verteile die restliche Creme kuppelartig nach oben hin.
- Streue die Krümel darüber und drücke sie vorsichtig an.
- Stelle den Maulwurfskuchen für zwei bis drei Stunden in den Kühlschrank, damit die Creme anzieht.
Tipp
Wenn Du bei der Backzeit auf Nummer sicher gehen willst, mach die Stäbchenprobe.
Da geht noch was...
Magst Du keine Bananen oder möchtest einfach eine andere Frucht verwenden? Kein Problem! Du kannst auch eingelegtes Obst wie Kirschen oder Mandarinen verwenden. Beide Früchte passen perfekt zur leicht säuerlichen Quark-Sahne-Creme und bieten eine leckere Abwechslung.
Wenn Du keine dunkle Schokolade bevorzugst, kannst Du weiße Schokoraspeln in die Creme einarbeiten oder für eine fruchtig-frische Sommervariante Kokosflocken verwenden. Kokos und frische Himbeeren auf dem Kuchenboden passen perfekt zusammen und geben dem Kuchen eine tropische, leichte Note.
Achtung: Wenn Du weiße Schokolade bevorzugst, solltest Du wissen, dass sie in laktosefreier oder veganer Form eher schwer erhältlich ist. Die wenigen Sorten auf dem Markt haben mich geschmacklich leider nicht überzeugt.
Nährwertangaben
| Gesamtmenge | Menge je Portion | |
|---|---|---|
| kcal | 4707,5 | 392,3 |
| Fett | 295,3 | 24,6 |
| Kohlenhydrate | 400,8 | 33,4 |
| Eiweiß | 133,6 | 11,1 |
Bananen
Bananen zählen botanisch gesehen zu den Beeren – auch wenn man es ihnen nicht ansieht. Eine Besonderheit ist ihr Reifungsprozess: Je länger sie reifen, desto süßer werden sie. Das ist bei kaum einer anderen Beerenart so. Damit sie nicht mehlig werden oder aufplatzen, werden Bananen grün geerntet – an der Staude würden sie nicht richtig süß reifen.

Durch ihren natürlichen Zuckergehalt sind Bananen eine beliebte Alternative beim Backen, in Desserts oder im Frühstücksjoghurt. Sie liefern zudem wichtige Nährstoffe wie Kalium, Magnesium, Vitamin C und Vitamin B6. Zwar wird manchmal vor zu viel Kalium gewarnt, doch dazu müsste man etwa zehn Bananen pro Tag über mehrere Tage hinweg essen – und wer macht das schon?
