Neuinterpretation eines Klassikers
An Blechkuchen hab ich mich lange Zeit nicht gewagt. Dazu gehört auch die Donauwelle oder Schneewittchen Kuchen, obwohl ich die in meiner Kindheit sehr gerne mochte. Bedingt durch meine Laktoseintoleranz und nach Bekanntwerden dieser mit 19 Jahren habe ich auf vieles verzichtet, bevor ich zur Hobbybäckerin aufstieg. Also wurde es endlich mal Zeit, selbst eine Donauwelle zu backen. Schwierig ist sie überhaupt nicht und daher für Anfänger geeignet. Ich versuchte zwei, die aus meiner Erinnerung mit deutscher Buttercreme unter einer Ganache, die in Wellen gemustert ist. Und als zweite Variante machte ich eine Donauwelle mit Sahne-Mascarpone Haube, mit Kakaopulver bestreut. So kennt sie mein Freund, der aus Westfalen stammt.
Geschmacklich überzeugen beide, die Buttercreme Variante ist mein Favorit. Ich liebe die deutsche Buttercreme einfach. Um das ganze neu zu interpretieren, machte ich Muffins draus. Während des Backens dachte ich zuerst, dass eine Katastrophe naht. Ich hatte zu viel Teig gemacht und er ergoss sich beim Backen auf dem ganzen Muffinblech. Machte aber im Endeffekt gar nichts, da ich die Muffins im warmen Zustand mit einem Messer voneinander trennte und nach dem Auskühlen eh den Deckel abschneiden wollte.
Die Donauwelle ist ein klassisches deutsches Gebäck, welches aus verschiedenen Schichten besteht. Der Grundteig ist ein Rührteig, der zur Hälfte mit Kakao angerührt wird. So bekommt die Donauwelle bereits zwei Ebenen. Erst folgt die dunkle Schicht, darüber werden Sauerkirschen verteilt. Darüber wird der helle Teig verstrichen und ausgebacken. Als Abschluss folgt eine Creme, entweder aus Buttercreme oder Sahne. Darüber wird klassischerweise Schokoladenguss verteilt, der mit einer gezackten Teigschaber in Wellenform verziert wird. Woher genau das Rezept entsprang, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Es wird vermutet, dass es seinen Namen von der Donau, einem der längsten Flüsse Europas, hat. Wahrscheinlich ist es einfach eine Hommage an die Flusslandschaft mit Wellen aus Buttercreme und Schokolade.
Informationen
Vorbereitungszeit
10 Minuten
Kochzeit
25 Minuten
Gesamtzeit
215 Minuten
Portionen
12
Kalorien
369 p. Portion
Küche
Deutsch
Rezept
Zutaten
Die Liste mit Zutaten für dieses Rezept.
Für die Füllung:
- 1 Glas Sauerkirschen, Abtropfgewicht
- 270 g Weizenmehl, Typ 405
- 13 g Backpulver
- 115 g weiche, laktosefreie Butter oder Margarine
- 165 g Zucker
- 1 TL Vanillepaste
- 2 Eier, Größe M
- 170 g laktosefreie Milch, 1,5 % Fett
- 15 g Backkakao
Für das Topping:
- 18 g Speisestärke
- 30 g Zucker
- 1 TL Vanillepaste
- 250 ml laktosefreie Milch
- 75 g laktosefreie Butter
- 1 Eigelb
- 100 g dunkle Kuvertüre
- 30 g zimmerwarme, laktosefreie Sahne
Geräte
Eine Liste mit benötigten Küchengeräten.
- Backofen
- Küchenwaage
- Sieb
- zwei Schüsseln
- Küchenmaschine oder Handrührgerät
- Rührbesen Aufsatz
- Rührschüssel
- Teigschaber und/oder Esslöffel
- 12 Papierförmchen
- 12er Muffinblech
- Backblech
- Backpapier
- kleiner Topf
- Schneebesen
- Spritzbeutel mit Kreis Tülle
- Temperiergerät oder großer Topf
- Gabel oder zackiger Teigschaber
Schritt für Schritt Anleitung
- Heize als Erstes den Backofen auf 160° Umluft oder 180° C Ober-Unterhitze vor.
- Gieße die Sauerkirschen in ein Sieb und lasse sie gut abtropfen.
- Schlage in der Rührschüssel Butter/ Margarine, Zucker und Vanillepaste mit dem Rührbesen Aufsatz der Küchenmaschine oder des Handrührgerätes cremig.
- Füge danach die Eier einzeln dazu und rühre jedes gut unter die Butter/ Margarine. Gieße anschließend 150 g Milch in die Creme und rühre sie nochmals gut durch.
- Mische Mehl und Backpulver und füge die Mehlmischung hinzu. Rühre das Ganze nun gut, aber zügig durch.
Achtung: Rührst Du den Rührteig zusammen, bildet Gluten ein festes Gitter. Dadurch wird der Teig zäh und geht im Ofen nicht richtig auf. - Teile den Teig nun in zwei Teile und rühre unter den einen Teil den Backkakao und die restliche Milch. Unter dem anderen Teil hebst Du die Sauerkirschen.
- Fette und bemehle das Muffinblech oder setze Papierförmchen in die Mulden.
Tipp: die Muffinförmchen, die Du mit backen möchtest, sollten nicht zu hoch sein, damit Du den Teig noch gut abschneiden und die Deko ohne große Kleckerei auftragen kannst. - Fülle den Teig in das Muffinblech und backe dieses auf der mittleren Schiene für 20-25 Minuten.
- Nach der Backzeit lässt Du die Muffins etwas abkühlen.
Achtung: Wenn Du die Muffins über das Blech laufen, ist das nicht weiter schlimm, da die Deckel nach dem Abkühlen eh abgetrennt werden. - Du kannst Dich jetzt dem Pudding für die Buttercreme zuwenden. Dafür gibst Du, bis auf 6 Esslöffel, die Milch, Zucker und Vanillepaste in den kleinen Topf und erhitzt das Ganze auf mittlerer Stufe. Rühre dabei gelegentlich mit dem Schneebesen durch.
- Rühre nun die 6 Esslöffel Milch, Speisestärke und das Eigelb glatt und gieße die angerührte Speisestärke mit dem Schneebesen in die mittlerweile kochende Milch.
- Nimm den Topf vom Herd und rühre mit dem Schneebesen.
- Lass den Pudding auf Zimmertemperatur abkühlen, indem Du diesen in eine Schüssel umfüllst um immer wieder kräftig durch rührst.
Tipp: Der Topf bleibt lange Zeit noch recht warm, weshalb der Pudding im Topf viel langsamer abkühlt als in einer Schüssel. Das Umrühren hilft nicht nur beim schnellen Abkühlen, so verhinderst Du, dass sich die Haut auf dem Pudding bildet. - Nach etwa einer Stunde hat der Pudding Zimmertemperatur erreicht und Du kannst mit der Buttercreme fortfahren.
- Dafür gibst Du die Butter in eine Rührschüssel und schlägst sie mit dem Schneebesen Aufsatz der Küchenmaschine oder des Handrührgerätes cremig.
- Füge esslöffelweise den Pudding hinzu und rühre diesen erst unter die Butter, bevor Du den nächsten Löffel zugibst.
Achtung: Wenn der Pudding noch zu heiß ist oder die Butter aus dem Kühlschrank kommt, dann können sich die Zutaten beim Rühren voneinander trennen. Dann entweder weiterschlagen oder einen Teil der Buttercreme in einem Topf erwärmen und zurück in die Rührschüssel geben und weiter verrühren. - Setze die Tülle auf den Spritzbeutel und fülle diesen mit der Buttercreme.
- Teile mit einem scharfen Messer die Deckel der Muffins ab und drapiere die Buttercreme auf die Muffins.
- Stelle die Muffins für 2 Stunden in den Kühlschrank, damit die Buttercreme anzieht.
- Ca. 30 Minuten vor Ende der Kühlzeit schmilzt Du die Kuvertüre über einem Wasserbad oder einem Temperiergerät.
Tipp: Ohne Temperiergerät nutze ich oft die “Topf in Topf” Methode zum Schmelzen. In den kleinen Topf kommt Schokolade, in den größeren Wasser. Der kleine Topf sollte im Idealfall nur mit dem Boden Kontakt zum Wasser haben, wenn Du ihn in den großen stellst. Der kleine Topf steht so sehr sicher und kann nicht kippeln und sollte das Wasser aus Versehen kochen, schwappt kein Wasser in die Schokolade. - Sobald die Kuvertüre geschmolzen ist, gießt Du die Sahne hinzu und rührst die entstandene Ganache durch.
- Mit einem Löffel oder Winkelpalette kannst Du jetzt die Ganache auf die Muffins verteilen und mit einer Gabel oder gezacktem Teigschaber das Wellenmuster formen.
- Du kannst die Muffins direkt servieren oder im Kühlschrank aufbewahren.
Achtung: Unbedeckt nehmen alle Milchprodukte Geschmäcker anderer Produkte aus dem Kühlschrank an. Decke daher die Muffins für eine längere Lagerung im Kühlschrank ab, damit sie nicht nach Zwiebeln oder Wurst schmecken.
Info
Im Kühlschrank ist die Donauwelle bis zu drei Tage haltbar.
Tipp
Fertig geschnitten, kannst Du die Stücke gut einfrieren.
Da geht noch was...
Du bist auch eher für die Mascarpone-Sahne Variante wie mein Freund? Kein Problem, nimm statt der Buttercreme 250 g (laktosefreie) Mascarpone und 100 g aufgeschlagene Sahne. Für die Standhaftigkeit gibst Du während des Sahneschlagens 1 TL San Apart oder Sahnesteif dazu und für die Süße 30-50 g Zucker. Den Deckel der Muffins kannst du drauf lassen und die Mascarpone-Sahne Creme verteilst Du mit einem Spritzbeutel und einer Tülle Deiner Wahl auf die Muffins. Bisschen Kakaopulver drüber gestreut und fertig ist Deine Variante.
Nährwertangaben
| Gesamtmenge | Menge je Portion | |
|---|---|---|
| kcal | 4425,3 | 368,8 |
| Fett | 224,7 | 18,7 |
| Kohlenhydrate | 509,7 | 42,5 |
| Eiweiß | 73,3 | 6,1 |
Backkakao
Beim Backkakao gibt es einige Unterschiede mit Bezug auf Kakaogehalt, Nährwerte, Zusätze bis hin zum Ursprungsland. Im ersten Moment unterscheidet man Backkakao durch den Fettgehalt. Es gibt stark entölten und schwach entölten Backkakao. Bei schwach entöltem Backkakao liegt der Fettgehalt ca. bei 20 % und er schmeckt mehr nach Schokolade. Mit Bezug auf das Herkunftsland ist es wichtig, nach Möglichkeit fair gehandelten Backkakao zu kaufen. Gerade in diesem Industriebereich gibt es sehr viele Ungerechtigkeiten gegenüber den Erzeugern. Darüber hinaus werden gerne Zusätze wie Emulgatoren und natürlich Zucker von der Industrie eingesetzt, um Geld zu sparen und das Produkt zu strecken. Nicht in jedem Backkakao ist 100 % Kakao enthalten. Bei fair gehandelten und 100%igen Backkakao kann der Preis bis zu 20€/kg liegen. Diese und weitere Informationen habe ich hier auf einer tollen Webseite namens sternefood.de gefunden.

