Kräuter Zupfbrot oder Zwiebel Zupfbrot als Beilage zum Grillen oder zum Raclette
Bei fast jedem Einkauf stöbere ich gerne in den Regalen und Kisten nach Angeboten. Oft finde ich dort günstige und nützliche Back- oder Kochutensilien. So bin ich auch auf ein Brotbackbuch gestoßen, das beim Durchblättern sofort mein Interesse weckte. Zu Hause vertiefte ich mich in das Buch und entdeckte ein Rezept, das mir erstaunlich vertraut vorkam: Zupfbrot mit Kräuterbutter.
Dieses Rezept erinnerte mich an einen Abend vor über zehn Jahren, den ich mit zwei Freundinnen verbrachte. Wir hatten einen Mädelsabend geplant und wollten gemeinsam kochen. Auf dem Menü standen Chili con Carne, Reis und ein besonderes Brot. Eine Freundin brachte das Brot-Rezept aus einer Zeitschrift mit, wo es als "Ziehharmonikabrot" bezeichnet wurde. Vor dem Backen wird der Teig in einem Wellenmuster zusammengelegt, sodass man das Brot später Stück für Stück abziehen kann. An jenem Abend mischten wir Butter mit Zwiebelsuppe und bestrichen damit das Brot. Es war so unglaublich lecker, dass wir fast vergaßen, dass eigentlich Chili und Reis das Hauptgericht waren.
Das Rezept aus meinem Buch unterscheidet sich kaum von dem damaligen. Wie bei vielen Rezepten in meinen Büchern wird auch hier reichlich Hefe verwendet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Hersteller auf den Hefepackungen empfehlen, einen Würfel mit 42 g Hefe auf 500 g Mehl zu verwenden. Das hast du vielleicht auch schon bemerkt. Zwar lässt viel Hefe den Teig schnell aufgehen, aber aus Erfahrung weiß ich, dass deutlich weniger Hefe oft ausreicht und den Teig bekömmlicher macht.
Also probierte ich das Rezept mit weniger Hefe aus, verwendete meine laktosefreien Produkte und stellte meine eigene Kräuterbutter her. Statt den Teig wie beim ursprünglichen Rezept in einer Ziehharmonika-Technik zu falten, habe ich ihn nach dem Bestreichen in Rechtecke geschnitten und übereinander gestapelt. Beide Techniken sind wunderschön, und je nachdem, welche aromatisierte Butter man verwendet, kann man die Brote sogar optisch voneinander unterscheiden.
Wer das Rezept ursprünglich erfunden hat, ist mir nicht bekannt. Hefe wird jedoch schon seit Jahrtausenden verwendet. Bereits im antiken Griechenland, um 3000 v. Chr., wurde Bier mithilfe von Hefepilzen gebraut. Auch bei der Brotherstellung fand Hefe schon früh Anwendung, wie Funde aus der Zeit zwischen 1500 und 3000 v. Chr. belegen. Heute ist Hefe weltweit bekannt und wird sowohl für süße als auch für herzhafte Teige verwendet.
Die Kräuterbutter hat ihren Ursprung in Frankreich, wo sie ursprünglich mit Estragon, Kapern, Senf, Schalotten und Sardellen zubereitet wurde – eine Kombination, die für mich eher ungewöhnlich ist. Ich kenne eher die klassische Variante mit Petersilie, Schnittlauch und Knoblauch, die in Frankreich gerne zu Schnecken serviert wird. Auch wenn ich selbst noch nie Schnecken probiert habe, passt diese Mischung hervorragend zu Steaks, Brot oder Kartoffeln und erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit.
Im Winter darf das Kräuter- oder Zwiebel-Zupfbrot bei uns als Beilage zum Raclette nicht fehlen, und im Sommer begleitet es das Grillen. Auch bei Geburtstagsfeiern oder zum Erntedankfest ist es immer dabei. Das Rezept ist so einfach und das Ergebnis so köstlich, dass wir es zu fast jedem Anlass backen – sogar zum Brunch am Wochenende.
Dieses vielseitige Zupfbrot hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil unserer Familientraditionen entwickelt. Ob zum Raclette im Winter, zum Grillen im Sommer oder als Highlight bei Festen und Brunches – es ist immer ein Genuss. Die Möglichkeit, das Rezept individuell anzupassen, macht es noch besonderer. Egal ob mit klassischen Kräutern oder ausgefalleneren Zutaten – dieses Brot überzeugt immer. Wenn du auf der Suche nach einem unkomplizierten, aber raffinierten Rezept bist, das garantiert gelingt und jeden begeistert, ist dieses Zupfbrot genau das Richtige.
Hast du jetzt auch Lust bekommen? Probier es doch am nächsten Wochenende aus und genieße ein lockeres, luftiges und besonders aromatisches Brot!
Informationen
Vorbereitungszeit
30 Minuten
Kochzeit
45 Minuten
Gesamtzeit
165 Minuten
Portionen
8
Kalorien
451 p. Portion
Küche
Deutsch
Rezept
Zutaten
Die Liste mit Zutaten für dieses Rezept.
- 300 ml laktosefreie Milch, 1,5 %
- 215 g laktosefreie, zimmerwarme Butter
- 500 g Mehl, Typ 550 oder Dinkel 630
- 21 g frische Hefe
- 5 g Zucker
- 10 g Salz
- 5 g gehackte Petersilie, Krause oder glatte
- 5 g Schnittlauch
- 2 g Knoblauchgranulat oder eine kleine Knoblauchzehe
- 20 g Grana Padano
Geräte
Eine Liste mit benötigten Küchengeräten.
- Backofen
- Küchenwaage
- Küchenmaschine oder Handrührgerät
- Knethaken Aufsatz
- Rührschüssel
- Kleiner Kochtopf
- Schneebesen
- Schüssel
- Backblech
- Backpapier
- Kastenform
- Nudelholz
- Küchenreibe
Schritt für Schritt Anleitung
- Für den Teig erwärmst Du zuerst die Milch in einem Topf, sodass sie handwarm wird.
Achtung: Erhitze die Milch nicht zu sehr, Hefe stirbt bei hohen Temperaturen ab und der Teig wird nicht aufgehen! - Fülle die warme Milch nun in eine Schüssel und brösel die frische Hefe dazu. Füge den Zucker noch hinein und verrühre das Ganze mit dem Schneebesen, bis sich die Hefe komplett aufgelöst hat.
Tipp: Der Boden des Topfes ist noch lange sehr heiß, sodass sich die Hefe ggf. beim hinein bröseln am Boden absetzt und die Temperaturen sie zerstören könnten. Das verhindert das Umfüllen in ein anderes Gefäß. - Gib Mehl und 5 g Salz in die Rührschüssel und vermenge beides. Verteile 90 g Butter auf dem Mehl in kleine Stücke, gieße die Hefemilch dazu und rühre mit dem Knethaken Aufsatz der Küchenmaschine oder des Handmixers das Ganze zu einem glatten Teig.
- Sollte der Teig sich nach 5 Minuten nicht vom Rand lösen, kannst Du ein wenig Mehl hinzugeben. Ist er dagegen zu trocken, füge ganz wenig Milch hinzu. Oft braucht es nur wenige Korrekturen, bei mir klappt es immer ohne Änderungen, wenn ich ihn etwas länger knete.
- Lasse den Teig abgedeckt bei Zimmertemperatur 30 Minuten lang gehen. Danach knetest Du den Teig mit der Hand gut durch und lässt ihn nochmal für 30 Minuten gehen.
- In der Zwischenzeit wäschst Du die Kräuter und hackst diese sehr fein. Die Stiele der Petersilie kannst Du auch benutzen.
- Vermenge nun mit einer Gabel Knoblauchgranulat oder eine fein gehackte Knoblauchzehe, die Kräuter und 5 g Salz mit 125 g Butter.
- Nimm den Teig aus der Schüssel, knete ihn ein letztes Mal durch und rolle ihn danach auf einer Silikonmatte oder mit Mehl bestreuten Arbeitsplatte rechteckig im Maß 45 x 35 cm aus.
- Bestreiche den Teig dünn mit der Kräuterbutter bis zum Rand und Teile danach den Teig erst senkrecht in Streifen, etwa 1 cm schmaler als Deine Kastenform. Als Nächstes teilst Du ihn in waagerechte Streifen in der Höhe Deiner Backform. So entstehen kleine Quadrate, die Du übereinander legst, am besten in zwei oder drei Stapel.
- Lege die Kastenform mit Backpapier aus, damit das Brot nicht an der Form kleben bleibt, und setze die Stapel mit etwas Platz zueinander hinein.
Tipp: Du kannst die Form auch einfetten und bemehlen, das Backpapier hilft hier noch zusätzlich, das fertige Brot aus der Form zu heben. - Reibe den Käse über das Brot, bis es völlig bedeckt ist. Heize den Backofen auf 180° C Ober-/Unterhitze vor und lass das Brot 30 Minuten ruhen, bevor Du es 45 Minuten auf der mittleren Schiene backst.
- Schau 10 Minuten vor Ende der Backzeit nach dem Brot. Ist es oben noch recht hell, stelle es die letzten Minuten auf die unterste Schiene.
- Nach dem Backen lässt Du das Brot noch etwas abkühlen, bevor Du es aus der Form holst. Warm und kalt ist das Brot ein richtiger Gaumenschmaus. Und auch ein Tag später ist es immer noch wunderbar locker und saftig.
Info
Rolle den Teig nicht zu dünn aus, die Schichten lassen sich nach dem Backen nicht gut voneinander trennen.
Tipp
Mit Übernachtgare kannst Du die Hefe auf 5 g reduzieren
Achtung
mit Veganer Butter, Pflanzenmilch und ohne Käse ist die vegane Variante machbar.
Da geht noch was...
Wie bereits erwähnt, kannst Du statt der Kräuterbutter ein halbes Päckchen Zwiebelsuppe mit der Butter vermengen oder jede andere Suppe oder Kräuter, die Dir gefallen würden. Auch das Zusammenlegen kannst Du individuell entscheiden. Vielleicht fällt Dir statt Überlappen oder Ziehharmonika noch etwas anderes ein, evtl. ein Zopf, in dessen Stränge die Butter aufgestrichen und dann zum Strang gerollt wird.
Für die vegane Variante verwendest Du Soja- oder Haferdrink und vegane Butter. Damit funktioniert das Rezept ebenfalls, das habe ich schon getestet. Durch die vegane Butter wird der Teig etwas klebriger, daher musst Du hier ein oder zwei Esslöffel Mehl mehr hinzugeben. Den Käse kannst Du komplett weglassen, das mache ich bei der Zwiebelsuppe auch und ist nur ein Geschmacksträger, aber kein Muss. Mit der veganen Butter kleben die Schichten mehr aneinander und lassen sich schwerer lösen, geschmacklich aber genauso gut wie mit Butter.
Nährwertangaben
| Gesamtmenge | Menge je Portion | |
|---|---|---|
| kcal | 3605,9 | 450,7 |
| Fett | 194,4 | 24,3 |
| Kohlenhydrate | 368,4 | 46,0 |
| Eiweiß | 77,2 | 9,7 |
Hefe
Ob frische oder trockene Hefe die bessere Wahl ist, soll jedem selbst überlassen sein. Ich verwende am liebsten frische Hefe, obwohl beide gleich funktionieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die frische Hefe den Teig besser aufgehen lässt. Das möchte ich hier jetzt aber nicht als Weisheit stehen lassen. Hefe, die zum Backen verwendet wird, nennt man übrigens Bäckerhefe. Sie sorgt im Teig dafür, das Zucker und Stärke in Kohlendioxid umgewandelt werden. Daher lässt die Hefe einen Teig eben auch im Volumen zunehmen. Interessant ist wohl, dass Hefe ein einzelliger Mikroorganismus ist. Er gehört zur Familie der Schimmelpilze und von ihm gibt es unzählige Sorten. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum sich frische Hefe nur ca. 2 Wochen im Kühlschrank hält.

